Laut einer Mitteilung vom 15. Oktober 2014 durch die Übertragungsnetzbetreiber soll es ab 2015 zu sinkenden Stromkosten kommen. Begründet wird die Reduzierung der Haushaltsstrompreise durch die Senkung der EEG-Umlage und den aktuell niedrigen Großhandelsstrompreisen an der Börse.

Strom für Millionen Haushalte günstiger

Eine genaue Prozentanzahl zuverlässig zu prognostizieren, ist schwierig und hängt von mehreren Faktoren ab. Laut dem Check eines großen Vergleichsportals soll es sich ab 2015 um eine Reduzierung der Stromkosten um ungefähr 2,4 Prozent handeln. Diese Berechnung erfolgte anhand der Informationen von 33 Anbietern mit einem Kundenvolumen von acht Millionen Haushalten. Ein weiteres Vergleichsportal erfasste die Informationen von 36 Energieversorgern mit einem Marktanteil von sieben Millionen Haushalten und kam ebenfalls auf den Durchschnittswert von 2,4 Prozent.

Sinkende EEG-Umlage sorgt für niedrigere Strompreise

Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen.

– Stromerzeugung 23,8 %
– Netznutzung 23,2 %
– EEG-Umlage 21,7 %
– Mehrwertsteuer
– Ökosteuer
– Konzessionsabgabe
– Diverse Umlagen

Der größte Anteil mit etwas mehr als 68 % der Gesamtkosten entfällt auf die Stromerzeugung, die Netznutzung und die EEG-Umlage. Durch den Energieversorger beeinflusst werden können nur die Kosten für die Stromerzeugung und abhängig davon, ob der Energieversorger gleichzeitig Netzbetreiber ist, die Gebühr für die Netznutzung. Die Festlegung der EEG-Umlage erfolgt von den vier größten Netzbetreibern.

Die Stromerzeugung beinhaltet die eigenen Produktionskosten und die Beschaffungskosten an der Börse. Dieser Preisbestandteil verzeichnete im letzten Jahr einen Rückgang um ungefähr 10 %, der von vielen Versorgern bisher nicht an den Kunden weitergegeben wurde. Beim Netznutzungsentgelt hat der Netzbetreiber, und oft auch Energieversorger, einen durch die Bundesnetzagentur nach oben hin gedeckelten Handlungsspielraum; kann das Entgelt jedoch jederzeit nach unten korrigieren.

Nun soll Anfang 2015 die EEG-Umlage von 6,24 Cent pro Kilowattstunde auf 6,17 Cent je Kilowattstunde gesenkt werden. Daraus resultiert eine Einsparung von 0,07 Cent pro Kilowattstunde, was einer Senkung der EEG-Umlage von 1,12 % entspricht. Die Einsparung der prognostizierten 2,4 % Kosten an der Gesamtrechnung muss durch die Weitergabe der günstigeren Börsenkosten für den Strompreis.

Entspricht das angekündigte Einsparpotenzial den Angaben von 2,4 Prozent?

Ob die prognostizierte Einsparung von 2,4 Prozent den Tatsachen entspricht, erfahren die Kunden sechs Wochen vor dem Inkrafttreten der Änderung Anfang Januar 2015. Denn laut Gesetz ist ein Energieversorger dazu verpflichtet, Strompreisänderungen spätestens sechs Wochen vor Inkrafttreten schriftlich mitzuteilen.

Da in mehreren Regionen die Netznutzungsentgelte stiegen, sollten Kunden keine zu großen Erwartungen auf eine spürbare Senkung der Stromkosten setzen. Mit einem Anbieterwechsel sollte auf jeden Fall noch bis Jahresende gewartet werden, da sich mit Sicherheit bis Anfang 2015 bei mehreren Anbietern noch Änderungen ergeben werden.