Bild 1 energy-167969_1280Die Preise für Haushaltsstrom sind in den letzten 15 Jahren kontinuierlich gestiegen. Kostete eine Kilowattstunde inklusive Steuern, Abgaben und Umlagen im Jahr 2000 noch rund 14,3 Cent, wurden im zurückliegenden Jahr gleich rund 30,7 Cent fällig – eine Steigerung um mehr als das Doppelte. Dabei hat sich Strom im Vergleich zu Erdöl oder Erdgas im gleichen Zeitraum wesentlich stärker verteuert.

Dagegen sind die Brutto-Durchschnittseinkommen vergleichsweise unterproportional nur um etwas mehr als 20 Prozent gestiegen. Immer mehr Geld muss in einem Durchschnittshaushalt folglich für Energiekosten wie Strom aufgewendet werden. Gerade bei jungen Familien mit Kindern wird die Schere zwischen verfügbarem Brutto-Einkommen und dem, was letztlich nach Abzug aller notwendigen Abgaben und Nebenkosten für Konsumausgaben noch im Geldbeutel verbleibt, immer kleiner.

Sparen ist das Gebot der Stunde und liegt im Trend, der auch zu einem bewussteren Umgang mit Energieressourcen geführt hat. Welche Energiefresser lassen sich ausmachen und wie lässt sich im Täglichen mit wenig Aufwand viel Strom sparen, sei es aus finanziellen oder ökologischen Gründen? Einige Energiespartipps.

Sparleistung, die sich gewaschen hat

Wer einige Energiespar-Tipps beherzigt, kann ohne großen Aufwand mächtig Strom, aber auch Heizenergie und Kosten für Warmwasser sparen. Gerade in Familien mit Kindern muss die Waschmaschine bisweilen auf Hochtouren laufen, um den Wäschebergen Herr zu werden.

Heutige Waschmittel sind so ausgelegt, dass selbst Kochwäsche bei 60 Grad blitzsauber wird, auch lässt sich in den meisten Fällen auf die Vorwäsche ruhig verzichten. Wer über ausreichend Platz verfügt, um die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen, spart richtig viel Strom, wenn er auf den Wäschetrockner verzichtet. Ist das nicht möglich, sollte nach Möglichkeit nur vorher ausreichend geschleudertes Gut in den Trockner wandern, nach Möglichkeit mit 1.200 bis 1.400 Umdrehungen pro Minute.

Auch sollten Waschmaschine wie Trockner stets voll befüllt sein, Energiesparprogramme tun es oftmals auch und benötigen zudem weniger Waschmittel. Ablufttrockner sind sparsamer als Kondenstrockner, nach dem Trockenvorgang sollte der Wasserbehälter eines Kondenstrockners geleert sowie der Luftfilter des Ablufttrockners regelmäßig gesäubert werden.

Die Küche rein, das Essen fein

Beim Backen und Kochen ist die Sparempfehlung, heißes Wasser nicht auf dem Herd, sondern im elektrischen Wasserkocher zu erzeugen vermutlich längst kein Geheimtipp mehr und genießt mit Sicherheit seinen Platz unter den besten 77 Tipps wie man Geld sparen kann.

Gleiches lässt sich mit Sicherheit von der Empfehlung behaupten, den Kochtopf nicht nur passend zur Größe der Herdplatte zu wählen, sondern beim Kochvorgang den Topf geschlossen zu halten. Experten haben berechnet, dass ein Haushalt rund 46 Euro und 100 Kilogramm Kohlendioxid im Jahr einsparen kann, wenn bei fünf Kochvorgängen pro Woche der Topfdeckel benutzt wird.

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Schnellkochtöpfe und Töpfe mit Thermoboden sind dabei die wesentlich effizienteren energiesparenden Alternativen zu herkömmlichen Varianten.Schnellkochtöpfe und Töpfe mit Thermoboden sind dabei die wesentlich effizienteren energiesparenden Alternativen zu herkömmlichen Varianten.

Speisen im Ofen mit einer Umluft-Funktion zu erhitzen, ist wesentlich energiesparender. Vorheizen bringt nicht viel, ist dagegen aber wesentlich teurer im Energieaufwand. Kleinere Mahlzeiten gehören zum Aufbacken besser in einen Toaster oder Grill statt in den Backofen.

Kühlschränke sollten nicht direkt an der Wand stehen, damit die Funktion des Rückkühlers nicht beeinträchtigt wird. Auch gilt es, das Gerät von oben nicht als Ablage zu verwenden, da der Wärmeabfluss durch die Lüftungsgitter nicht behindert sein sollte. Ein Standplatz in der Nähe von Wärmequellen (Heizkörper, Herd, Spülmaschine) ist unvorteilhaft und belastet zudem unnötigerweise den Geldbeutel, da das Gerät dauerhaft mehr Energie für die Kühlfunktion benötigt.

Als wahre Stromfresser haben sich Mikrowellen erwiesen und sollten nur zum Aufwärmen kleinerer Essenmengen verwendet werden. Effizienter und kostensparender arbeiten Herd oder Backofen.

Kühltemperaturen von rund sieben Grad reichen vollkommen aus. Regelmäßiges Abtauen des Gefrierfachs wie auch von Gefrierschrank oder -truhe hilft, den Stromverbrauch zu senken und bares Geld zu sparen. Denn: Vereiste Kühleinheiten reduzieren den nutzbaren Inhalt. Übrigens: Bei Gefriergeräten verzögert das Auswischen mit Glyzerin den Reifansatz. Geräte der Effizienzklassen A+ bis A+++ verbrauchen am wenigsten Energie.

Mach mal Pause

Auch Haushaltsgeräte können eine Pause vertragen, wenn sie für eine gewisse Zeitspanne nicht benötigt werden. Geräte ständig und dauerhaft im Stand-By-Modus auf Abruf zu halten, kostet Energie und Geld. Bildschirme von PC und Fernsehen öfter mal komplett auszuschalten, erweist sich nicht nur als kosten- sondern auch als geräteschonend. Dabei lässt sich die Helligkeit in der Voreinstellung der Geräte verringern und dadurch Strom sparen. Geringere Helligkeit erhöht die Lebensdauer von Bildschirmen.

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Zusätzlich Geld sparen lässt sich durch eine klare Ordnung im Schrankinneren, die ein unnötig langes Offenstehen der Kühlschranktür und damit verbundene Energieverluste vermeidet.

Als besonders bequem und komfortabel haben sich Kombi-Steckdosenleisten erwiesen, die sämtliche Stand-Bys mehrerer angeschlossener Geräte mit einem Knopfdruck beenden. Auch sollten Ladekabel von Auflade-Geräten etwa für Handy, Tablet oder Laptop nach abgeschlossenem Ladevorgang direkt vom Netz genommen werden.

Schätzungen gehen von einem Mehrverbrauch durch Stand-By von rund vier Prozent des gesamten Strombedarfs aus, die zusammen rund 90 Euro im Jahr ausmachen können.

Was als Binsenweisheit anmutet, könnte bares Geld wert sein, wenn sie auch konsequent in die Tat umgesetzt werden würde: Wirklich nur die Geräte anschalten und eingeschaltet lassen, die auch gerade benötigt werden. Das gilt im Besonderen für Geräte, die nur gelegentlich genutzt werden, wie Drucker, Faxgeräte, Scanner etc.

Müssen Geräte permanent in Bereitschaft sein, helfen sogenannte „Power-Safer“. Sie helfen den Stromverbrauch zu senken, ohne die Bereitschaft des Geräts zu unterbrechen. Sie werden einfach zwischen Steckdose und Endgerät geschaltet.

Um die wahren Stromfresser im Haushalt zu lokalisieren, helfen Strommessgeräte, die an die Haushaltsgeräte angeschlossen werden und den genauen Stromverbrauch im Off- und On-Modus analysieren.

Und in Bad und WC ist alles okay

Elektrische Heizlüfter und Föne sind die größten Stromverbraucher im Bad. Bei halbstündiger Nutzung eines 2.000-Watt-Heizlüfters pro Tag fallen jährliche Stromkosten von rund 75 Euro an. Beide Geräte sollten daher so selten wie möglich zum Einsatz kommen. Bei elektrischen Zahnbürsten mit Ladestation sollte die Zahnbürste maximal nur einmal pro Woche auf die Station kommen. Stromintensive Halogenstrahler in Badezimmerschränken sollten durch Energiespar- oder gleich durch langlebigere LED-Lampen ersetzt werden.

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Zwei Drittel des Energieverbrauchs im Haushalt werden für die Heizung benötigt. Schon eine Senkung der Raumtemperatur um ein Grad hilft eine Menge Heizenergie und Kosten einzusparen.Die Heizkörper im Badezimmer sollten möglichst freistehen und nicht durch Wäsche, Gardinen oder Möbel zugestellt werden, um ihre Heizwirkung voll entfalten zu können. Wie bei allen anderen Heizkörpern auch, hilft eine rückseitige Befestigung von Dämmmaterial und Alufolie, um die Wärme optimal auszunutzen und in den Raum zurück zu reflektieren.

Bei Glucker-Geräuschen sind die Heizkörper umgehend zu entlüften, um Energie und damit Kosten einzusparen. Soll das Badezimmer gelüftet und von allzu hoher Luftfeuchtigkeit befreit werden, hilft eine mehrminütige Stoßlüftung – aber erst, nachdem zuvor die Thermostatventile der Heizkörper zurückgedreht worden sind.

 

 

 

 

 

 

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