Ein Kühlschrank auf dem Balkon: Coole Idee oder unnützer Stromfresser?

 

Abbildung 1: Wie praktisch ist ein Kühlschrank im Freien wirklich?Sobald es draußen heißer wird, erwacht der Wunsch nach Abkühlung. Ein Plätzchen im Schatten und ein kühles Getränk können so manchen heißen Sommertag angenehmer gestalten. Damit der Griff zum kühlen Bier oder zur wohl temperierten Limonade jederzeit möglich ist, kommt so mancher erfinderische Geist auf die Idee, auch den Balkon oder die Terrasse mit einem Kühlschrank auszustatten. Der Griff ins Eisfach ist dadurch sogar aus dem Liegestuhl möglich. Was so angenehm klingt, sollte aber gut geplant werden.

Auch draußen immer cool bleiben

Ein Kühlschrank auf dem Balkon hört sich vor allem für exzessive Nutzer des heimischen Außenbereiches attraktiv an. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, einen Kühlschrank auf dem Balkon oder der Terrasse zu platzieren. Das gilt übrigens auch für Mietobjekte. Wer zur Miete wohnt, darf den zur Wohnung gehörenden Balkon oder die Terrasse als Nutzfläche betrachten und dort nicht nur Blumenkübel, den Grill und die Gartenmöbel unterstellen, sondern auch andere Möbelstücke, wie zum Beispiel Schränke. Auch ein Kühlschrank ist auf Mietbalkonen oder –terrassen deshalb grundsätzlich erlaubt.

Entscheidend für die Funktionalität des Kühlschranks im Außenbereich ist die so genannte Klimaklasse, die festlegt, für welche Umgebungstemperaturen das Gerät geeignet ist. Bei klassischen Kühlschränken gibt es die folgenden vier Klimaklassen:

  • SN (Subnormal): Umgebungstemperatur von +10 °C bis +32 °C (z. B. unbeheizter Keller)
  • N (Normal): Umgebungstemperatur von +16 °C bis +32 °C (Wohntemperaturbereich)
  • ST (Subtropen): Umgebungstemperatur von +16 °C bis +38 °C
  • T (Tropen): Umgebungstemperatur von +16 °C bis +43 °C

Quelle: http://haushaltsgeraetetest.de/kuehlschraenke/test-vergleich.html

Stromverbrauch und Kühlleistung können von der Außentemperatur beeinflusst werden. Der Kühlschrank sollte deshalb niemals direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Soll das Gerät im Sommer draußen stehen, empfiehlt es sich, ein Modell mit einer entsprechenden Klimaklasse zu wählen.

Kühlschränke, die nicht auf die entsprechende Außentemperatur ausgelegt sind, können unter Umständen eine schwächere Kühlleistung liefern oder enorm hohe Stromkosten verursachen, wenn das Gerät dauerhaft laufen muss, um die Außentemperatur auszugleichen.

Für den Außenbereich werden inzwischen zwar so genannte Outdoor-Kühlschränke hergestellt, doch auch sie sollten nicht unüberlegt irgendwo im Freien aufgestellt werden. Der Vorteil bei Outdoor-Kühlschränken liegt darin, dass sie auch für den Betrieb bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geeignet sind und ihr Außengehäuse so robust verarbeitet ist, dass das Gerät auch im Freien überwintern kann. Die meisten Geräte liegen preislich allerdings weit über den Anschaffungskosten für einen herkömmlichen Kühlschrank. Kostengünstiger ist es, ein günstiges gebrauchtes Gerät zu kaufen und den Standort mit Bedacht zu wählen.

Grundsätzlich gilt: Je älter das Modell desto höher der Stromverbrauch. Die Verbraucherzentrale informiert ausführlich zum Thema Energieeffizienz bei Haushaltsgeräten. Beim Einsatz im Freien ist aber vor allem wichtig, dass der Kühlschrank vollständig schließt und die Isolierung der Tür intakt ist. Bei Geräten, die viel Zeit im Freien verbringen, sollte die Isolierung regelmäßig überprüft werden, damit die coole Idee mit dem Außenkühlschrank nicht schnell zum unangenehmen Stromfresser wird.

Wo kann der Kühlschrank aufgestellt werden?

Eines gleich vorweg: Ein Kühlschrank ist ein Elektrogerät, das eher für die Nutzung in Innenräumen konzipiert ist. Trotzdem kann das Gerät unter bestimmten Bedingungen auch im Außenbereich eingesetzt werden.

So findet der Kühlschrank auch im Freien ein schönes Plätzchen:

  1. 1. Der Kühlschrank sollte geschützt stehen. Das bedeutet, dass er weder direktem Regen noch Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein sollte. Auch sonstige Feuchtigkeit, zum Beispiel aus dem Boden, ist unbedingt zu vermeiden. Soll der Kühlschrank im Garten stehen, sollte eine feuchtigkeitsdämmende Unterlage gewählt werden. Vor allem die Stromanschlüsse und das Kabel sollten unbedingt an einem geschützten Standort untergebracht werden.
  2. 2. Der Kühlschrank muss auf einer geraden Ebene stehen, die nicht wegrutschen oder einsacken kann. Ein Kühlschrank ist ein schweres Gerät, das sollte auch bei der Standortwahl beachtet werden. Wenn der Kühlschrank nicht ganz eben steht, kann sich das Kühlmittel nicht gleichmäßig verteilen. Das kann nicht nur zu einem unbefriedigenden Kühlergebnis führen, langfristig kann das Gerät dadurch auch schweren Schaden nehmen.
  3. 3. Der Kühlschrank sollte zwar vor Witterungseinflüssen geschützt werden, dabei ist aber darauf zu achten, dass die Lüftungsschlitze frei bleiben. Wenn die Luft im Gerät nicht frei zirkulieren kann, kann es zu einem Rückstau kommen, der das Kühlergebnis beeinträchtigt und gegebenenfalls sogar zu irreparablen Schäden führt.
  4. 4. Im Freien ist der Kühlschrank deutlich stärkerer Verschmutzung ausgesetzt. Deshalb sollten die Lüftungsschlitze regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls von Laub und anderen Schmutzpartikeln befreit werden.

Ideal ist die Unterbringung des Kühlschranks in einem Gartenhäuschen, der Garage oder unter einem Carport. Dort ist das Gerät vor Witterungseinflüssen deutlich besser geschützt als wenn es gänzlich im Freien steht.

 

Wie übersteht der Kühlschrank den Winter?

Abbildung 2: Im Winter sollte der Kühlschrank vor der Witterung geschützt untergebracht werden.

Wenn der Sommer zur Neige geht, werden Balkon und Terrasse meist winterfest gemacht. Was passiert aber mit dem Kühlschrank? So ein Gerät ist nicht gerade klein und der passende Platz für die Überwinterung muss erst einmal gefunden werden.

Wer die Möglichkeit hat, den Kühlschrank im Winter drinnen zu lagern, sollte dies vorsichtshalber tun. Elektrogeräte sind nicht ohne weiteres für die kalten Temperaturen und die Witterung im Winter gemacht. Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollte der Kühlschrank nach Möglichkeit aufrecht stehend transportiert werden. Verfügt er über ein separates Eisfach, sollte es vor dem Umzug ins Winterlager sorgfältig abgetaut werden. Soll der Kühlschrank auch an seinem Winterstandort genutzt werden, muss nach der Umpositionierung eine ausreichende Wartezeit berücksichtigt werden, damit das Kühlmittel sich wieder gleichmäßig verteilen kann. Mindestens fünf bis sechs Stunden sollte das Gerät nach dem Transport ruhen, bevor es wieder in Betrieb genommen werden kann.

Kann der Kühlschrank nicht im Innenbereich überwintern, muss er besonders gut vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Das Stromkabel sollte unbedingt vom Netz getrennt werden. Ideal ist es, das Kabel, wenn möglich, ganz zu entfernen und an einem trockenen und warmen Ort zu lagern, damit die Isolierung nicht brüchig wird und sich keine Feuchtigkeit im Bereich des Steckers sammeln kann. Der Kühlschrank sollte zudem mit einer wetterfesten Plane vor Frost und Feuchtigkeit geschützt werden. Da herkömmliche Geräte nicht für den Einsatz bei Minusgraden konzipiert sind, kann es passieren, dass der Kühlschrank bei der Überwinterung Rost ansetzt. Ist dieser nur oberflächlich, sind aber keine schwerwiegenden Schäden zu erwarten.

Grundsätzlich gilt zu beachten, dass beim Einsatz des Kühlschrankes im Außenbereich unter Umständen die Garantieansprüche für das Gerät erlöschen können. Das gilt vor allem dann, wenn das Gerät auch im Freien überwintern muss.

 

Bildquelle:

Abbildung 1: fotolia.com © Spectral-Design

Abbildung 2: fotolia.com © sentio_art

 

 

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