Mit einem Umzug beginnt das Leben nicht allein in einer hoffentlich schöneren Wohnung oder im eigenen Heim, denn neben dem Schleppen von Möbeln und Umzugskisten starten auch etliche Verträge neu. Immerhin müssen Umziehende sich um den neuen Telefonanschluss kümmern, einen Gas- oder Öllieferanten finden und natürlich dafür sorgen, dass das Licht beim Klick auf den Lichtschalter auch tatsächlich angeht. Doch wie gelingt eigentlich der Wechsel des Stromanbieters? Bleiben die bisherigen Verträge bestehen oder ist es möglich, den Umzug direkt mit einem Anbieterwechsel zu verknüpfen?

 

 

 

 

 

Lassen sich bei einem Umzug per Anbieterwechsel eventuell auch gleich die Stromkosten senken?

 

Ist der Umzug ein Kündigungsgrund?

Ja – und nein. Wie so häufig im Vertragswesen, muss der Umzug nicht gleich einen Kündigungsgrund darstellen. Bei Telefonverträgen besteht häufig ein Ausschluss, der besagt, eine vorzeitige Vertragsauflösung sei nicht möglich, wenn der Telefonanbieter auch Leitungen im neuen Einzugsgebiet unterhält. In diesem Fall muss der Vertrag bis zum gewöhnlichen Vertragsende laufen und kann erst dann fristgemäß gekündigt werden. Einige Stromanbieter inkludieren mittlerweile ebenfalls diese Klausel. Sofern der Anbieter nicht vollständig regional arbeitet und der Umzug überregional erfolgt, wäre nun eine Kündigung wieder erst zum Vertragsende möglich. Der Tagesspiegel erwähnt in diesem Beitrag, dass einige Anbieter zwischen netzinternem und netzexternem Umzug unterscheiden.

Besteht eine solche Klausel nicht, genügt der Umzug hingegen als Kündigungsgrund. Innerhalb der festgesetzten Frist können Kunden nun den Stromvertrag zum Tag des Umzugs kündigen. Die Frist beträgt zumeist zwei Wochen, was bedeutet, dass die Kündigung spätestens zwei Wochen vor dem tatsächlichen Umzugstag beim Stromunternehmen eingegangen sein muss. Der Vertrag endet in diesem Fall pünktlich mit dem Umzug. Es ist jedoch sinnvoll, die Kündigung möglichst früher abzusenden. Wichtig ist, dass sie korrekt ist:

–      Schriftlich

–      Datum des Auflösungszeitpunkts

–      Grund der außerordentlichen Kündigung

–      Unterschrift

Kündigungen von Stromverträgen sollten immer schriftlich erfolgen. Während der gewöhnliche Wechsel zum Ende des Vertragszeitraums nicht mit einem Grund benannt werden muss, ist es notwendig, in außerordentlichen Kündigungen einen Grund anzugeben. Bei einem Wohnortwechsel dient der Umzug bereits als ausreichender Grund. Die Formulierung »hiermit kündige ich den mit Ihnen geschlossenen Vertrag aufgrund eines Umzugs außerordentlich zum …« genügt. Die Kündigung muss unterschrieben werden und sollte zur besseren Nachverfolgung per Einwurf-Einschreiben an den Stromanbieter verschickt werden.

Stromanbieter wechseln – worauf ist zu achten?

Lässt sich der Stromvertrag aufgrund des Umzugs vorzeitig kündigen, ist die Suche nach einem neuen Anbieter natürlich interessant. Letztendlich besteht hierzu jedoch keine Frist. In der Regel sind alle Häuser, insbesondere Mietshäuser, automatisch an den örtlichen Grundversorger angeschlossen. Es kommt daher nicht vor, dass kein Strom vorhanden ist, nur weil versäumt wurde, einen neuen Anbieter zu suchen. Die Grundversorgung ist jedoch mit Nachteilen behaftet. Die gewöhnlichen Tarife sind vergleichsweise teuer, da sie keinerlei Rabatte oder besondere Konditionen enthalten. Sie dienen einzig dazu, die Grundversorgung mit Elektrizität sicherzustellen. Der Vergleich der Stromanbieter ist daher in jedem Fall anzuraten – was nicht bedeutet, dass der Grundversorger nicht auch der Sieger des Vergleichs sein kann. Auch diese Unternehmen bieten Kunden verschiedene Tarife, die preislich überzeugen können.

Die einfachste Möglichkeit, um Stromtarife miteinander zu vergleichen, ist der Weg ins Internet. Mittlerweile gibt es unzählige Vergleichsportale, in denen regional und überregional nach passenden Stromanbietern gesucht werden kann.

 

Tipp: Nicht nur eine Vergleichsseite nutzen. Einige Portale arbeiten mit Stromanbietern zusammen. Je nach Vertrag zwischen den Portalen und Anbietern können die Preise abweichen.

 

Dass während des Vergleichs der günstigste Tarif im Vordergrund steht, ist verständlich. Allerdings bedeutet ein günstiger Preis nicht unbedingt die größte Einsparung. Etliche Anbieter locken mit Prämien, die erst bei der Verlängerung des Vertrags nach einem Jahr ausgezahlt werden. Andere Stromkonzerne rechnen die Prämien direkt auf die monatlichen Abschlagszahlungen um, sodass Kunden vom ersten Tag an in den Genuss des Sparens kommen. Zudem enthalten nicht alle Stromverträge die Preisgarantie. Das ist schlecht, denn nun kann der Anbieter die Preise während der Laufzeit problemlos erhöhen. Gute Stromverträge beinhalten immer eine preisliche Garantie von einem Jahr. Ebenfalls wichtig ist die Laufzeit des Vertrags. Zwar laufen die meisten Stromverträge ohnehin nur ein Jahr, es gibt aber genügend Anbieter, die die monatliche Kündigung erlauben.

„Eine kurze Vertragslaufzeit und eine kurze Kündigungsfrist bieten die Chance, schnell erneut zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Ein Tarif mit Preisgarantie schützt vor Preiserhöhungen während der Laufzeit.“

(Quelle: http://www.immobilienscout24.de/umzug/ratgeber/ummelden/strom/stromvergleich.html)

 

Vorsicht: Grundsätzlich ist von Verträgen abzuraten, in denen die vollständige Jahressumme der Abschläge im Voraus gezahlt werden muss. Insbesondere kleinere Konzerne setzen auf diese Methode und verknüpfen sie mit günstigen Konditionen. Das mag verlockend erscheinen, doch meldet das Unternehmen während des Vertragsjahrs Insolvenz an, zahlen Kunden doppelt – die bereits bezahlten Beträge sowie die, die für den neuen Stromanbieter anfallen.

Wie wird der Wechsel vollzogen?

Viele Personen haben Angst, den Stromanbieter zu wechseln. Was ist, wenn der Wechsel nicht klappt? Wenn die Sorge auch verständlich ist, so ist sie unbegründet. Wie bereits erwähnt, ist beinahe jedes Haus an die Grundversorgung angeschlossen und Strom somit vorhanden. Der Wechsel des Stromanbieters ist bereits aus diesem Grund sehr einfach. Ansonsten gelten die folgenden Schritte:

–      Anbieter vergleichen

–      Neuen Anbieter finden

–      Vertrag schließen

–      Alten Vertrag pünktlich kündigen

–      Umziehen

Stromkunden brauchen sich nur um die Kündigung und den neuen Zulieferervertrag kümmern. Alle anderen Arbeitsschritte laufen im Hintergrund ab. Sowohl der alte als auch der neue Anbieter melden der Bundesnetzagentur, dass sich die Zulieferung verändert. Selbst, wenn zuerst der neue Anbieter die Stromversorgung meldet, wird die Netzagentur tätig und fragt beim alten Versorger nach, ob eine Kündigung vorliegt. Bestehen Unklarheiten, wird die Versorgung sicherheitshalber zum Kündigungstag auf die Grundversorgung umgestellt. Diese Fälle sind jedoch extrem selten. Zumeist sind die Versorger so kulant, dass sie sogar bei einer verpassten Kündigungsfrist die Verträge rechtzeitig auflösen, sodass der Wechsel vollzogen werden kann. Da jeder Stromvertrag mit einem Stromzähler zusammenhängt, ist eine Doppelversorgung ebenfalls ausgeschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

Wenn der Umzug ansteht, kann unter Umständen der Stromanbieter mit umziehen.

 

Fazit: Geld sparen durch Stromanbieterwechsel beim Umzug

Wer richtig vorgeht und den Umzug gleich nutzt, um alte Verträge durch bessere zu ersetzen, kann im neuen Heim direkt Geld sparen. Der Stromanbieterwechsel gehört zu den einfachsten Varianten – immerhin warten unzählige Stromversorger auf neue Kundschaft.

 

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